Die Rosenkette | Theres Wohlfahrt bei Facebook

:: Buchvorstellung :: Signierstunde .: 15.März 2014 - 12.00 Uhr  :. Leipziger Buchmesse Halle 4 Stand E200/202

Interview Theres Wolfahrt, 07.12.12

Du hältst heute deine erste Signierstunde mit anschließender Buchlesung ab. Wie fühlst du dich im Moment?

Ich bin schon relativ aufgeregt, vor allem was die Lesung heute Abend angeht. Im Moment ist es schon noch ziemlich unwirklich. Ich bin sehr stolz drauf, dass ich es geschafft habe. Es ist auf jeden Fall ein sehr schönes Gefühl, das Buch in der Hand zu halten.

Über dich und dein Buch wurde vor einigen Tagen bereits in der Lokalpresse berichtet. Wissen deine Freunde davon? Wie reagiert dein persönliches Umfeld (Lehrer, Familie, Bekannte, Freunde)?

Meine beiden besten Freundinnen und meine Deutschlehrerin wussten es schon, aber meine Klassenkameraden und Lehrer haben es erst durch den Zeitungsbericht mitbekommen. Sie haben mit sehr viel Interesse reagiert und Fragen gestellt, einige werden auch zur Lesung kommen.

Wann hattest du die Idee für die Geschichte „Die Rosenkette/ Der silberne Armreif“?

Die Idee hatte ich im Geschichtsunterricht, als wir den Bauernkrieg gerade behandelt haben. Ich hatte schon vorher gedacht, dass ich gerne mal ein Buch für meine Mama schreiben würde. Wir lieben beide historische Romane, so bin ich auf das Thema gekommen und habe dann einfach angefangen zu schreiben.

Wie ist daraus ein Buch geworden? Viele Autoren suchen jahrelang nach einem Verlag, der sie unter Vertrag nimmt. Wie lief das bei dir? 

Ich hatte den ersten Teil in der allerersten Kurzfassung soweit fertig, und dann hat mir mein Papa so aus Spaß erzählt, dass es jetzt hier in Rudolstadt diesen neuen Verlag gibt. Ich habe das nicht wirklich ernst genommen. Mittwochs bin ich immer zur Konfirmandenstunde gefahren und  hier vorbeigekommen. Ich habe dann immer überlegt und dann dachte ich: Was hast du eigentlich zu verlieren? Ich bin dann eines Abends einfach in die Bücherstube rein und habe mit Herrn Richter, dem Verlagsleiter, gesprochen. Und sie fing das alles an.

Wie hast du die Zeit erlebt, bis dein Buch fertig war? (Lektorat, Verlagsbetreuung, Unterstützung der Familie etc.)

Ich habe total viel Unterstützung erfahren, gerade von meiner Familie, aber auch vom Verlag natürlich. Auch der Herr Silge, der das Lektorat gemacht hat, hat mich sehr unterstützt. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihm das so durchzuarbeiten. 

Du gehst noch zur Schule. Hatte das Schreiben Einfluss auf deine schulischen Leistungen? Wie hast du Zeit zum schreiben gefunden zwischen Schule, Familie und Freunden?

Ich habe in der achten Klasse gemerkt, dass meine schulischen Leistungen schon ein bisschen abgesackt sind. Während der Schulzeit habe ich dann kaum noch geschrieben, nur noch am Wochenende oder in den Ferien. Ich hätte am liebsten öfter geschrieben, aber mir war auch klar, dass ich Schule und Freunde deswegen nicht vernachlässigen darf.

Zum Buch: Die Geschichte handelt vorwiegend im Meiningen des 16. Jahrhunderts. Von da aus zieht sich die Story über diverse Thüringer Ortschaften und Venedig bis nach Konstantinopel. Wie hast du diesen umfangreichen Handlungsspielraum realisiert? Welche Hilfsmittel hast du zur Recherche benutzt?

Ich habe mir Karten zur Hand genommen und habe geguckt, wo die Orte liegen, ob das so funktioniert. Ich habe mir aus der Bibliothek Bücher ausgeliehen und mich schlau gemacht. Ansonsten habe ich so geschrieben, wie ich mir vorstellen konnte, dass es passiert sein könnte.

Deine Protagonisten erleben ihre Liebesgeschichte mitten im Deutschen Bauernkrieg. Du beschreibst einige ziemlich widerliche Details aus dieser Zeit, wie Folterung der Gefangenen, Hinrichtungen oder gepfählte Köpfe vor der Stadtmauer. Du bist noch sehr jung, woher nimmst du den Mut, über solche Dinge zu schreiben? 

Ich lese ja selber gern historische Romane, von daher sind diese Sachen für mich jetzt nicht so ungewöhnlich. Ich habe mich ein bisschen daran orientiert, was ich in anderen Büchern über diese Themen gelesen habe. Mit acht Jahren habe ich meinen ersten historischen Roman gelesen, das war noch ein Jugendroman. Ab zwölf habe ich dann die „richtigen“ Bücher gelesen. 

Wie hast du dir das Wissen über die damals herrschenden Sitten und Bräuche angeeignet? 

Im Computer der Bibliothek habe ich über die Stichwortsuche entsprechende Bücher gefunden, ausgeliehen und zuhause durchgearbeitet. Die Orts- und Straßennamen habe ich aus alten Karten dieser Zeit.

Deine Protagonisten sind junge Erwachsene, die sich verlieben, Kinder bekommen und heiraten. Du beschreibst Situationen, die du noch nicht aus eigener Erfahrung kennen kannst. Entspringen die entsprechenden Szenen deiner Phantasie oder hat dich jemand beraten?

Ich habe mich auf meine Phantasie verlassen und auf das, was ich eben schon gelesen hatte. Ich habe aber auch mit meiner Mama darüber gesprochen, sie hat dann nochmal drüber geguckt, und dann manchmal gesagt, das müsstest du vielleicht anders schreiben.

Du hast deine Romanheldin „Cecilia“ durch das 16. Jahrhundert begleitet. Kannst du dir vorstellen, in dieser Zeit zu leben?

Ich würde schon gern mal so eine Art Zeitreise machen, aber ich glaube nicht, dass ich wirklich dort leben könnte. Das waren schon sehr harte Zeiten. Wenn ich solche Bücher gelesen habe, war ich immer froh, in der heutigen Zeit zu leben.

Wie hast du die Charaktere der Romanfiguren erschaffen, gibt es Bezug zu Personen in deinem Leben? Wie viel „Cecilia“ steckt in dir?

Ja, ich denke eigentlich schon, dass ein bisschen von mir in Cecilia steckt. Es ist doch fast bei jedem Autor so, dass vor allem seine Hauptfigur ein bisschen was von ihm selber hat. Was die anderen Romanfiguren angeht, habe ich meine Phantasie spielen lassen und überlegt, welche Charakterzüge willst du dem jetzt geben. Aber alle sind fiktive Charakter, es gibt jetzt keinen aus meinem realen Umfeld, an dem ich mich orientiert habe.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Haben sie sich durch die Veröffentlichung des Buches geändert?

Die Arbeit am Buch hat mich in meinem Wunsch, Historikerin zu werden, bestärkt. Ich möchte aber dann auch gern weiter schreiben und vielleicht zusätzlich einen entsprechenden Studiengang besuchen.

Wirst du ein neues Buch schreiben? Wenn ja, mit welchem Thema möchtest du dich befassen?

Die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende. Es kommen noch zwei Teile dazu, in denen ich mich weiter mit dem Glaubenskrieg in dieser Zeit beschäftige. Es gibt so viele Themen, über die ich noch schreiben will und wahrscheinlich auch werde.